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Kursbuchstrecke 24 Aachen West - Visé - Tongeren


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 Steckbrief
 Betrieb und Informationen zur Elektrifizierung
 Streckenbeschreibung (Bilder)

Steckbrief:

Eröffnung:
Aachen West - Grenze:  29.7.1872 (Bergisch-Märkische Eisenbahn)  5 km
Grenze - Abzw. Botzelaer - (Bleyberg):  29.7.1872 (Belgische Staatsbahn)  1 km
Abzw. Botzelaer - Visé - Tongeren:  16.2.1917 (KPEV)  25 km
1882 Verstaatlichung Aachen West - Grenze (KPEV)
1919 Abtretung an Belgien (Grenze - Tongeren)
1957 Einstellung des Personenverkehrs
1968 Elektrifizierung Aachen West - Gemmenicher Tunnel mit 15 kV 16 2/3 Hz
1982 Elektrifizierung (Hasselt) - Visé - Montzen mit 3kV=
14.12.2008 Elektrifizierung Montzen - Gemmenicher Tunnel mit 15 kV 16 2/3 Hz

Betrieb:

Güterverkehr: Die Strecke wurde von den Deutschen als Kriegsbahn gebaut, war aber eigentlich als neue Schnellzugstrecke nach Brüssel geplant worden. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs verkehren hier nur Güterzüge. Sie dient heute als Hauptgüterstrecke zwischen Deutschland und Belgien und weist recht dichten Güterverkehr auf (ca. 45 Zugpaare täglich). Hauptziele bzw. Ausgangpunkte der Züge sind auf belgischer Seite die Seehäfen (insbesondere Antwerpen und Zeebrugge) sowie die Industriegebiete in Südbelgien (Maas- und Sambretal), auf deutscher Seite insbesondere der Rangierbahnhof Gremberg (Köln) sowie Ziele in Süddeutschland, Österreich und Italien. Neben zahlreichen gemischten Güterzügen (insbesondere auf der Relation zwischen Gremberg und Antwerpen) verkehren vielfältige Ganzzüge für die Autoindustrie (Fahrzeugteile sowie Autos), die Montanindustrie (Kalk, Schrott, Stahlprodukte), die chemische Industrie sowie Züge des kombinierten Ladungsverkehrs (Container, Wechselbehälter), letztere insbesondere in der Relation Norditalien - Belgien.
Mit Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen der Bundesgrenze D/B und Montzen im Dezember 2008 ist die Strecke durchgehend elektrisch befahrbar. Die gemischten Güterzüge zwischen Köln-Gremberg und den belgischen Güterbahnhöfen Antwerpen-Noord, Kinkempois und Genk, die in Kooperation zwischen 'DB Cargo' und 'Lineas' (ehem. SNCB Cargo) unter dem Dach der gemeinsamen Produktionsgesellschaft COBRA (Corridor Operations Belgium Rail) abgewickelt werden, werden ausschließlich mit E-Loks der Lineas-Reihe 28 (BR 186 Traxx) befördert. Darüber hinaus fährt Lineas direkte Züge des so genannten "Green Xpress Network" (GXN) zwischen Belgien, Köln-Eifeltor, Österreich und der Slowakei, sowie direkte Ganzzüge (z.B. Kalk, Auotos) zwischen Belgien und Oberhausen, Millingen und Hagen (Reihe 28 bzw. Class66). Zudem befördert Lineas in Kooperation mit SBB-Cargo mehrmals täglich KLV-Zügen (Italien/Schweiz - Belgien) im Abschnitt auf dem belgischen Abschnitt bis/ab Aachen West. Daneben verkehren inzwischen zahlreiche Ferngüterzüge "privater" EVU, wovon die nachfolgend aufgezählten am regelmäßigsten auf der Strecke anzutreffen sind: Das schweizer Unternehmen Crossrail fährt diverse Container- und KLV-Zugpaare von und nach Belgien (BR 186 Traxx bzw. Class66). Das belgische Unternehmen Railtraxx befördert mehrmals wöchentlich Blockzüge (Stahlprodukte + KLV) in der Relation Belgien - Österreich sowie Belgien - Frankfurt/M (BR 186 Traxx und Class66). DB Cargo Nederland fährt Ganzzüge Zeebrugee - Gelsenkirchen sowie Kornwestheim (Autos), Genk - Köln (Schrott) und Antwerpen - Basel (Kesselwagen) mit eigenen DBC-NL-Traxx-Maschinen.
Der Steigungsabschnitt von Aachen West bis zum Gemmenicher Tunnel weist eine maximale Steigung von 17 ‰ auf; hier ist ab einer Zuglast von 1515t wegen der Zughakengrenzlast eine Schublok erforderlich. Züge werden dabei mit allen gängigen Güterzug-E-Loks nachgeschoben.
Vor Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen Aachen und Montzen im Jahre 2008 reichte der Fahrdraht auf belgischer Seite von Visé aus lediglich bis Montzen. Zwischen Aachen West und Montzen erfolgte die Traktion mit Dieselloks mit DB-Lokomotiven (BR 225 und BR 241.8) sowie der SNCB-Diesellokomotiven der Reihen 55 und 77. In Montzen wurden die Züge in der Regel von Dieselloks umgespannt und elektrisch (SNCB-Loks der Reihen 20, 21, 22, 23, 26 und 27) weiterbefördert. Ab Visé können die Züge weiter Richtung Hasselt fahren, sowie über eine Verbindungsschleife in Visé auch die Maastalstrecke und den Rangierbahnhof Kinkempois (bei Liège) erreichen.

Personenverkehr findet ausschließlich auf dem kurzen Abschnitt zwischen Glons und Tongeren statt (gemeinsame Führung mit Strecke 34). Hier verkehrt Mo-Fr die IC-Linie 13 (Hasselt - Liège-G. - Maastricht) sowie am Wochenende die IC-Linie 09 (Antwerpen - Liège-G.) im Stundentakt mit belgischen Elektrotriebzügen vom Typ AM80 (Break).

Die Elektrifizierung der bis 2008 noch bestehenden, ca. 7 km langen Lücke zwischen Montzen und dem Gemmenicher Tunnel (Bundesgrenze D/B) wurde mit Aufnahme des durchgehenden elektrischen Betriebes am 14.12.2008 abgeschlossen. Die Systemtrennstelle von deutschem 15 kV Wechselstromsystem zum belgischen 3 kV Gleichstromsystem befindet sich auf freier Strecke auf dem Moresneter Viadukt.

 Fahrzeiten der Güterzüge

Streckenverlauf:

 Informationen und Bilder zu Aachen West.
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Einige ansprechende Motive finden sich im oberen Verlauf der Steilrampe zwischen Aachen West und dem Gemmenicher Tunnel.
[Bild: 212 253 und 212 057 bespannen am 12.01.1999 den Volvo-Containerganzzug 42204 (Helsingborg - Gent Zeehaven) von Aachen-West nach Montzen, aufgenommen auf der Rampe zum Gemmenicher Tunnel beim Steppenberg, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: 5534 befördert den schweren EUC 40206 nach Gent Zeehaven über die Gemmenicher Rampe Richtung Belgien. Am Zugschluss schiebt 140 272 nach, 06.03.2001, © Stefan von der Ruhren.]
an der blauen Brücke

Unmittelbar vor dem Gemmenicher Tunnel am oberen Ende der Rampe empfielt sich eine Feldwegbrücke sowie eine Wiese südlich der Strecke als Aufnahmestandpunkt.
[Bild: An einem schönen Sommernachmittag kommt 5118 in voller Fahrt die Rampe von Aachen West hinaufgedonnert. Sie hat auch kein großes Gewicht am Haken, ist der KLV-Zug nach Belgien doch äußerst schwach ausgelastet. 26.07.1996, © Stefan von der Ruhren.]
Mittels des 870 m langen Gemmenicher Tunnels (in Belgien Tunnel de Botzelaer genannt) unterfährt die Bahnlinie den Höhenzug unter dem Dreiländerpunkt (D, B, NL). Bis zum Nordportal auf deutschem Boden werden bei Bedarf die bergwärtsfahrenden Züge nachgeschoben. Vor dem Südportal, welches sich bereits in Belgien befindet, müssen alle Züge Richtung Aachen-West zum Bremstest einen Zwangshalt vor Einfahrt in die Gefällestrecke einlegen.
Der Tunnel wurde Anfang der 90er Jahre im Rahmen einer Sanierung aufgeweitet. Für Transporte mit Lademaßüberschreitung wurde ein drittes, zur Tunnelmitte hin verschobenes Gleis verlegt, welches vor dem Tunnel mittels zweier Herzstückloser Weichen vom Stammgleis abzweigt.
Seitdem können alle Lü-Sendungen von und nach Belgien den Gemmenicher Tunnel passieren, der Umweg über Stolberg - Raeren - Welkenraedt (KBS 482.1 und Strecke 49) entfällt.
Gemmenicher Tunnel

[Bild: 5508 verlässt am Abend des 01.06.2001 den Gemmenicher Tunnel (Tunnel de Botzelaer) in Richtung Montzen, © Stefan von der Ruhren.]
bei Botzelaer

Landschaftlich besonders reizvoll ist der Bereich südlich des Gemmenicher Tunnels rund um Botzelaer und Nouvelaer (bei Gemmenich). Insbesondere vor der Elektrifizierung gab es hier zahlreiche ansprechende Fotomotive:
[Bild: 215 024 bespannt gemeinsam mit einer weiteren 215 am 22.10.2000 den TKC 47248 (Ludwigshafen - Antwerpen BASF) zwischen Aachen West und Montzen. Der Zug hat soeben den Gemmenicher Tunnel verlassen und strebt nun bei Botzelaer dem Göhltal entgegen, © Stefan von der Ruhren.]
bei Botzelaer

[Bild: Bei frühlingshafter Abendsonne rollt 5524 mit einem gemischten Güterzug bei Botzelaer in Richtung Montzen. 28.04.2001, © Stefan von der Ruhren.]
bei Nouvelaer

[Bild: Die DLC-Lok PB03 vom Typ Class66 befördert den schweren BMW-Logistikzug DFG 46305 (Berendrecht - Wackersdorf) souverän über die langgezogene Steigung aus dem Göltal hinauf zum Tunnel de Botzelaer, aufgenommen am 30.07.2002 bei Nouvelaer, © Stefan von der Ruhren.]
bei Nouvelaer

[Bild: Am 29.05.1997 ist 215 014 gemeinsam mit einer Schwesterlok mit einem Coilszug in Richtung Montzen bei Nouvelaer unterwegs, © Stefan von der Ruhren.]
bei Nouvelaer

[Bild: 215 024 mit einem Volvo-Containerzug in Richtung Aachen-West bei Nouvelaer am 29.05.1997, © Stefan von der Ruhren.]
bei Nouvelaer

[Bild: Doppeltraktion SNCB 5185 + 5142 mit dem KLV-Zug 42066 nach Genk am 29.09.2002 bei Nouvelaer, © Stefan von der Ruhren.]
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Durch die Oberleitungsmasten sind nach der Elektrifierung viele der einstigen Fotomotive heute nicht mehr umsetzbar. Dafür haben sich dank umfangreicher Böschungsrodungen im Abschnitt zwischen dem Tunnel de Botzelaer und Moresnet einige neue Fotomotive ergeben:
[Bild: 2808 befördert den gemischten Güterzug 44518 (Gremberg - Antwerpen Noord) am 03.01.2009 durch die winterliche Landschaft bei Botzelaer, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: 2825 (E 186 217) befördert den KLV-Zug 40246 (Gallarate - Oorderen) durch den tiefen Einschnitt bei Nouvelaer. Aufnahme: 21.03.2009, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: DLC DE 6303 mit einem EVS-Silowagenganzzug auf dem Weg in Richtung Montzen bei Moresnet-Chapelle. Aufnahme: 19.04.2009, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: Am 09.05.2009 ist 2825 (E 186 217) mit einem Tanoos-Ganzzug bei Moresnet-Chapelle in Richtung Montzen unterwegs, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: Mit dem Autoleerzug 47527 (Zeebrugge - Eisenach) durchfährt 2801 (E 186 123) den Preuswald bei Moresnet-Chapelle. Aufnahme vom 03.06.2009, © Stefan von der Ruhren.]
 Das imposanteste Bauwerk der Strecke - der große Göhltalviadukt.
Montzen Gare

Der große Verschiebebahnhof Montzen: Der Rangierbahnhof wurde im Rahmen des Streckenbaus angelegt und erhielt 52 Gleise, welche sich über eine Länge von 3 km erstrecken. Einige Gleise wurden inzwischen zurückgebaut, der Großteil der Gleise ist seit Aufnahme des durchgehenden elektrischen Betriebes ungenutzt. Trotzdem hat das Gelände auch heute noch sehr große Ausmaße.
[Bild: Von Aachen West kommend erreichen 215 023 und eine weitere 215 mit einem schweren Coilszug den Bahnhof Montzen, 09.09.2000, © Stefan von der Ruhren.]
 In Montzen zweigt die eingleisige Verbindungsbahn nach Welkenraedt (Strecke 39) ab.
Unmittelbar westlich des Verschiebebahnhofs Montzen verschwindet die Strecke im Gulptunnel. Dieser 790 Meter Lange Tunnel durchsticht die Wasserscheide zwischen Gulp und Göhl und wurde von Dyckerhoff & Widmann erstellt.
Viadukt Remersdaal

Die Talbrücke bei Remersdaal (Gultptalviadukt) hat eine Länge von 390 Metern und besteht aus 14 Bögen mit je 20 Metern Spannweite. Sie wurde von Dyckerhoff & Widmann in Stampfbeton ausgeführt.
[Bild: Am 18.10.2003 ist 2001 mit dem gemischten Güterzug 45208 (Gremberg - Antwerpen) von Montzen in Richtung Visé unterwegs, © Stefan von der Ruhren.]
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Gute Fotomöglichkeiten ergeben sich im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Remersdaal. Hier sind Aufnahmen in beiden Richtungen möglich.
[Bild: Der samstägliche KLV-Zug 40671 (Genk - Oradea) ist am 11.10.2008 eine 55er-Planleistung. Die gelb-grüne 5532 und eine blaue Schwesterlok geben sich bei Remersdaal die Ehre, © Stefan von der Ruhren.]
Der Tunnel van Veurs durchsticht den Höhenzug des Veursbos, welcher die Wasserscheide zwischen Gulp und Veurs bildet. Mit einer Länge von 2072 Metern war es, bis zur Eröffnung des Tunnel von Soumagne im Zuge der Schnellfahrstrecke Aachen - Liège, der längste Eisenbahntunnel Belgiens.
Nach italienischem Vorbild verlaufen die beiden Streckengleise mit 18 Metern Abstand in zwei getrennten Tunnelröhren. Der Tunnel gehörte zum 6 km langen Baulos, welches von der Firma Grün & Bilfinger erstellt wurde. Die Arbeiten am Tunnel gestalteten sich wegen der stark wasserführenden Schichten sehr schwierig. Um das Bauwerk innerhalb der vorgesehenen Frist fertigstellen zu können wurden drei Zwischenschächte abgeteuft, welche heute als Ventilationsschächte dienen.
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[Bild: 2001 hat mit einem gemischten Güterzug in Richtung Visé das Westportal des Voerstunnels verlassen, 08.07.2006, © Stefan von der Ruhren.]
Viadukt Sint-Martens Voeren

Der Viadukt bei Sint-Martens-Voeren ist 250 m lang. Er besteht aus 11 Bögen mit 15 m Spannweite, sowie einem 30,8 m breitem Mittelbogen. Das Bauwerk wurde in Stahlbeton ausgeführt, einer für die damaligen Zeit noch sehr junges Bauverfahren. Die ausführende Firma war Wayss & Freitag.
[Bild: 2639 + 2609 überqueren mit Zug 41436 (Gremberg - Wembley) den Viadukt Sint-Martens Voeren in Richtung Visé am 14.10.2003, © Stefan von der Ruhren.]
Viadukt Sint-Martens-Voeren

[Bild: B-Cargo-Lok 2008 mit dem Rail4Chem-Güterzug 46100 (Ludwigshafen BASF - Antwerpen BASF) auf dem Viadukt in Sint-Martens Voeren. Aufnahme: 14.10.2003, © Stefan von der Ruhren.]
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[Bild: Am Vormittag des 30.08.2008 befördern 225 024 und 225 026 den gemischten Güterzug 44513 (Antwerpen - Gremberg) bei Warsage in Richtung Deutschland, © Stefan von der Ruhren.]
Viadukt Berneau

Die Brücke über das Berwinnetal bei Berneau wurde von Hüser & Cie. erbaut. Sie ist 230 m lang und umfasst 9 Bögen mit je 15,3 m Spannweite sowie zwei große Bögen mit je 27 m Spannweite. Das Bauwerk wurde in Stampfbeton ausgeführt.
[Bild: Am 07.11.1999 ist Lok 2607 mit einem KLV-Zug auf dem Viadukt bei Berneau in Richtung Montzen unterwegs, © Stefan von der Ruhren.]
 Bei Visé kreuzt die Bahnlinie die Strecke Liège - Maastricht (Strecke 40).
Zwischen der Strecke 24 (Visé-Haut) und der Strecke 40 (Visé-Bas) gibt es eine Verbindungsschleife.
Visé Bedienung CBR

Von Visé-Haut aus werden regelmäßig die am westlichen Maasufer bei Lixhe gelegenen Anschlüsse eines Zementwerkes (CBR) bedient.
[Bild: Lok 8221 kommt mit einem beladenen Flachwagenzug von der Bedienung des CBR-Zementwerkes über die Maasbrücke nach Visé-Haut und passiert das dortige Stellwerk. Aufnahme: 16.05.2001, © Stefan von der Ruhren.]
Visé Verbindungsschleife

Zur Verknüpfung der höhergelegenen Strecke 24 mit der rechtwinklig dazu verlaufenden Maastalstrecke entstand in Visé eine Verbindungsschleife. Über diese können Züge aus Richtung Liège sowohl in Richtung Montzen als auch in Richtung Tongeren und umgekehrt verkehren.
[Bild: 2326 durchfährt - aus Richtung Liège kommend - soeben die Verbindungsschleife in Visé. Die Gleis vorne rechts führen in Richtung Montzen, der Zug wird jedoch über die Gleise links auf die Maasbrücke in Richtung Hasselt fahren. Aufnahme: 07.11.1998, © Stefan von der Ruhren.]


[Skizze: Gaber: Ausführung u. Kosten der Maasbrücken in Visé. in: der Bauingenieur 1, Heft 23, 24, Berlin 1920]

Maasbrücke bei Visé

Die Brücke über die Maas bei Visé hat eine Gesamtlänge von 530 Metern. Der Strom selber wird dabei von drei großen Bögen überspannt (Mittelbogen 93 m, Außenbögen je 75,5 m Spannweite). Daran schließen sich sieben Fachwerkträger mit je 41 m Spannweite an. Die Pfeiler aus Stampfbeton wurden von Sager & Wörner erbaut, die stählernen Überbauten stammen von Hein, Lehmann & Cie. und der Dortmunder Union.
[Bild: Mit einem Erzwagenleerzug von den Stahlwerken Cockerill Sambre (südlich von Liège) ist Lok 2721 auf dem Bauwerk in Richtung Tongeren unterwegs. 19.11.1997, © Stefan von der Ruhren.]
Maasbrücke bei Visé

Sehr idyllisch lässt sich die Maasbrücke bei Visé mit dem Freizeitboothafen in Szene setzen.
[Bild: SNCB Lok der Reihe 55 auf der Maasbrücke bei Visé. 29.05.2004, © Stefan von der Ruhren.]
Nur durch einen kurzen Erddamm getrennt schließt sich westlich der Maasbrücke die Brücke über den Albertkanal an. Die ursprüngliche Brücke von 1916 wurde 1983 im Rahmen der Verbreiterung des Albertkanals durch einen Neubau ersetzt (Länge 300 m).
Geertunnel

Das westlichste große Kunstbauwerk der Strecke 24 ist der 1640 Meter lange Geertunnel bei Wonck - Lixhe. Dieser zweigleisige Tunnel wurde von der Philipp Holzmann AG erstellt. Nachdem es während der Bauarbeiten zu einigen Felsstürzen kam, ging man auf einer Länge von 68 Metern zur offenen Bauweise über. Zur Ausmauerung des Tunnels wurde Kalkstein von den Steinbrüchen bei Namur verwendet.
[Bild: Lok 2108 verläßt mit einem unbekannten Bananenzug (vermutlich Sonderleistung) das in einem tiefen Einschnitt gelegene Westportal des Geertunnels bei Wonck in Richtung Tongeren. 16.05.2001, © Stefan von der Ruhren.]
bei Bassenge

Landschaftlich reizvolle Motive bietet auch der Abschnitt durch das Geertal/Jekertal zwischen Visé und Glons.
[Bild: Lok 2333 mit dem KLV-Zug 42202 nach Antwerpen in der Steigung zwischen Wonck und Glons bei Bassenge, 16.05.2001, © Stefan von der Ruhren.]
Glons

Bei Glons unterquert die Bahnlinie mit einem kurzen Tunnel einen Höhenrücken, auf welchem die Kirche und der alte Friedhof der Ortschaft gelegen sind.
[Bild: SNCB-Maschine 2002 ist am 02.04.2005 mit einem Zuckerganzzug nach Antwerpen bei Glons im Geertal unterwegs, © Stefan von der Ruhren.]
 Bei Glons erreicht die Strecke die Bahnlinie Liège - Hasselt (Strecke 34).
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[Bild: SNCB-Maschine 2002 passiert am 02.04.2005 mit einem Zuckerganzzug nach Antwerpen bei Glons den Abzweig der Strecke 34 von der Montzenroute, © Stefan von der Ruhren.]
bei Nerem

Zwischen Glons und Tongeren wird die Trasse der Strecke 24 auch von der Strecke 34 mitbenutzt. Letztere verlief früher einige Kilometer weiter nördlich durch das Jekertal. Mit Aufnahme des elektrischen Betriebes im Jahre 1982 wurde der alte Streckenabschnitt durch das Jekertal aufgegeben. Stattdessen wird seitdem der weiter südlich gelegene, 1917 eröffnete Abschnitt Tongeren - Glons der Strecke 24 mitbenutzt.
[Bild: Lok 5114 bespannt den 'Bananenzug' 41145 (Antwerpen - Köln-Gremberg) bei Nerem, 16.05.2001, © Stefan von der Ruhren.]


Weitere Informationen zum Thema:
externer Link Ligne 24 - Ein starkes Stück deutsch - belgischer Eisenbahn Flagge DE (von Lucas Böckmann) 
externer Link Die Montzenroute Flagge DE Website zum gleichnamigen Buch - von Thomas Barthels 


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© 2018   Stefan von der Ruhren, aktualisiert am 01.06.2018 RSS-Feed Impressum / Urheberrecht / Haftungsausschluss / Datenschutz